Sorgen der Imker und des Landkreises um die Bienen

Bienen sorgen dafür, dass Blütenstaub verteilt wird und dass Früchte reifen. Deshalb sind die Bienen gerade in unserer landwirtschaftlich geprägten Region ausgesprochen wichtig. Der Einklang zwischen Imkern, Landwirten und Gärtnern sollte jetzt bei der Raps- und Baumblüte einfach stimmen. Im Großen und Ganzen ist es auch so.

Allerdings hört man gerade in den letzten Tagen in den Medien einiges über Krankheiten von Bienen. Berichtet wurde auch über Bienenvölker, die gestohlen wurden.

Die Bienensachverständigen und die Vorsitzenden der Imkervereine des Landkreises Demmin treffen sich regelmäßig mit dem Leiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes des Landkreises Demmin, Dr. Rolf Pietschke und seinen Mitarbeitern. Dabei können die Imker gemeinsam mit den Fachleuten ins Gespräch kommen. Ihre Sorgen ähneln sich, so zum Beispiel bei der kürzlich ausgebrochenen amerikanischen Faulbrut. Dabei handelt es sich um eine Krankheit bei Bienen, die die gesamte Brut vernichtet und von einem Amerikaner entdeckt wurde, daher die Bezeichnung amerikanisch. Wichtig für die Bienensachverständigen und für das Veterinäramt des Landkreises Demmin ist es, das kranke Volk zu lokalisieren und entsprechende Schutz- und Desinfektionsmaßnahmen für alle anderen Bienenvölker im eigenen Wagen und in der Nachbarschaft einzuleiten. Dabei ist die Mithilfe von vielen gefragt, um ein weiteres Ausbreiten von Krankheiten zu vermeiden.

Imker organisieren sich in Imkervereinen, um Standorte und die Honigproduktion zu optimieren. Für die Landwirte sind gerade jetzt die Bienenwagen in der Nähe ihrer Felder wichtig, schließlich wollen sie eine gute Ernte. Genauso aber auch die Imker. Sie möchten für ihre Bienenprodukte eine höchstmögliche Qualität. Die wiederum müssen Proben bestehen, weil Honig ein Lebensmittel ist und genauso werden Kosmetikprodukte getestet, die aus Bienenwachs produziert werden. Wichtig dafür ist die Gesundheit der Tiere, wie bei allen anderen Tieren auch.
Eine Übersicht über die Anzahl aller Bienenvölker im Landkreis Demmin kann nur über die Organisation in Imkervereinen gewährleistet werden. Der Beitritt in einen der fünf  Imkervereine ist allerdings kein Muss. Nichtorganisierte Imker können ihre Bienenwagen aufstellen und auch ihren Honig produzieren. Jedoch fehlt dann oft die Übersicht über die Standorte und im Falle von Krankheiten, die schnelle Einleitung von Maßnahmen zum Schutz der gesunden Tiere.
Die Problemlagen, mit denen sich die Imkervereine des Landkreises beschäftigen müssen, sind in allen Orten ähnlich, ob Demmin, Loitz, Ivenack, Dargun oder Malchin. Die Mitglieder werden immer älter, den jüngsten Altersdurchschnitt hat der Malchiner Verein mit 56 Jahren. Viele Bienenvölker, ca. 50 %, haben den langen kalten Winter nicht überstanden. Die nicht organisierten Imker, stellen ihre Wagen irgendwohin, besonders problematisch darunter diejenigen Imker, die keinerlei Kontakt wünschen.
Da wird dann die Forderung bei den organisierten Imkern und den Bienensachverständigen laut, dass sich wenigstens alle Imker beim Landkreis melden, um dem Seuchenschutz Rechnung zu tragen. Das würde aber im Seuchenfall, wie bei der amerikanischen Faulbrut, tausende Bienenleben retten. Zumindest sollte jeder Imker Schäden melden. Imker sind Lebensmittelproduzenten!

Im Landkreis Demmin gibt es 13 berufene Bienensachverständige. Ihre Aufgabe ist es, in den Imkervereinen die Übersicht zu behalten und auch zu den nichtorganisierten Imkern den Kontakt zu halten. Im Seuchenfall müssen alle Völker in einem Umkreis um den Seuchenherd überprüft werden. Darum ist die Zusammenarbeit zwischen Imkern, den Landwirten und der Veterinärbehörde so wichtig.